Kölner City-Tour

Unter der Erde, unter dem Rhein oder hoch in den Lüften

Wer bei der Nacht der Technik ganz unterschiedliche Elemente erleben will, braucht hierfür nur ein paar Schritte. Und das Beste: Diese Highlights kann man sogar zu Fuß, entlang des Rheins, erreichen. Stationen im Herzen der Stadt: für Kurzentschlossene oder zum Bummel zwischen reservierten Terminen. Am Ende der City-Tour werden diese drei Stationen ganz klar auf die Liste der Orte gehören, die man gesehen haben muss.

 

Spazieren gehen unter dem Rhein – RheinEnergie AG Fernwärmetunnel

Los geht es hinter der Hohenzollernbrücke, hinab in eine verborgene Welt. Über etwa 100 Gitterroststufen geht es in die Tiefe. Denn knapp sechs Meter unter dem Flussbett befindet sich der Fernwärmetunnel der RheinEnergie, der das Kennedy-Ufer in Deutz mit der Innenstadt verbindet. Mitte der 1980-er Jahre galt dieser Tunnelvortrieb unter einem offenen Gewässer – mit geringer Bodendeckung, in lockerem Kiesboden – als Pionierleistung. Davon zeugen auch die Informationstafeln, welche die damaligen Bauarbeiten dokumentieren. Sie zeigen, wie sich die 60 Tonnen schwere Vortriebsanlage mit fünfarmigem Schneidrad Meter für Meter ins Rheinbett fräste. Entlang der Rohre, die den heißen Dampf bis in die Haushalte leiten, spazieren die Besucher unter dem Rhein, begleitet vom dumpfen Brummen der Schiffsmotoren, bis zum anderen Ende des Tunnels um in Sichtweite des Musicals Domes wieder aufzutauchen.

 

EASA & ESA

Pilot oder Astronaut? – Hauptsache den Sternen nah

Ganz in der Nähe befindet sich eines der imposantesten Bürogebäude Kölns, die neoklassizistische ehemalige Bundesbahndirektion. Seit 2016 hat dort die Direktion der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA ihren Sitz. Was viele nicht wissen: In Köln ist außerdem die Europäische Weltraumorganisation ESA mit dem Europäischen Astronautenzentrum zu Hause. Anlässlich der Nacht der Technik präsentieren sich beide wichtigen europäischen Einrichtungen erstmals zusammen: Um Fragen zu klären, die sich stellt, wer den Sternen näher kommt. Für welchen Bereich des Himmels ist welche Behörde zuständig? Wo hört der kommerziell genutzte Luftraum auf und wo fängt eigentlich das All an? Welche Schnittstellen gibt es zwischen Luft- und Raumfahrt und wie haben sich beide Bereiche in Forschung und Entwicklung gegenseitig beeinflusst? Was muss man als Pilot können und wie wird man Astronaut? Alles, was es über die vielseitige Arbeit der EASA und ESA zu erzählen gibt, erfahren Besucher und Besucherinnen an diesem Abend direkt vor Ort. Natürlich können Neugierige auch selber in luftige Höhen durchstarten. Neben Einblicken in das Training der europäischen Astronautinnen und Astronauten und in die Arbeit der Internationalen Raumstation ISS erhalten die Gäste die Möglichkeit, in einem Flugsimulator Platz ihr Flugtalent zu testen. Wo sonst kann man eines der modernsten Passagierflugzeuge der Welt steuern und die Aussicht aus dem Cockpit genießen?

 

Die Technik hinter der „Kathedrale“ – U-Bahn-Haltestelle Heumarkt

Zu Fuß geht es dann weiter in die Katakomben der Stadt. Und zwar in die U-Bahn-Haltestelle der KVB am Heumarkt. Die größte Kölner U-Bahn-Station, deren enorme Räume durch lange Rolltreppen verbunden sind, wurde vom renommierten Architekturbüro Prof. Ulrich Coersmeier entworfen. Aufgrund ihres kuppelartigen Gewölbes und ihrer gewaltigen Ausmaße nennen viele Kölner die Station bereits liebevoll „Kathedrale“. Zukünftig soll die Haltestelle – so die Planungen – Teil eines neuen U-Bahn-Tunnels, der sogenannten Ost-West-Achse an einem der größten Verkehrsknotenpunkte Kölns sein. Hier wurde in Punkto Sicherheit einiges an technischen Raffinessen verbaut, Standards heute. Dass diese aber speziell für die Größe und Lage des Gebäudes konstruiert und hergestellt wurden, ist etwas sehr Besonderes. Was in den Anlagen für die Fahrgäste und den Stadtbahnbetrieb, den Rolltreppen, Aufzügen und Sicherungseinrichtungen an Hightech drin steckt, gibt’s bei Führungen der Kölner Verkehrs-Betriebe zu entdecken.