ERFINDUNGSREICHTUM
AUF DIE SPRÜNGE HELFEN
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Die 1. NACHT DER TECHNIK in Köln fördert das technische Verständnis von Kindern und Jugendlichen
Warum schwimmen Schiffe? Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta? Wieso fliegen Raketen? Typische Fragen, die das Interesse und die Neugier für technische Zusammenhänge widerspiegeln. Ein natürlicher Wissensdurst und Experimentierdrang, der von den allgemeinbildenden Schulen jedoch häufig nicht gestillt wird. Bildungseinrichtungen, an denen Problemlösungen ausgetüftelt, echte Werkstoffe verarbeitet und Modelle konstruiert und gebaut werden, sind in der Bundesrepublik eine Seltenheit. Lediglich in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz steht das Unterrichtsfach Technik auf dem Lehrplan von Haupt-, Real- und Gesamtschulen. An den Gymnasien fehlt es im Fächerkanon fast gänzlich. Und auch die Grundschulen behandeln diese Disziplin eher stiefmütterlich.
So ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland auch im Bereich der technischen Ausbildung im europaweiten Vergleich weit abgeschlagen ist.
Prägende Erfahrungen für die Zukunft sammeln
Dabei weiß man heute aus der Neurowissenschaft, dass positive Initialerlebnisse in der Kindheit entscheidend für spätere Einstellungen und Interessen sind. Das Engagement von Schulen und Eltern ist daher besonders wichtig. „Technik ist besser als Mathe“, findet der neunjährige Paul ,„da muss ich höchstens mal beim Ausmessen mit dem Metermaß rechnen. Außerdem kann mich bewegen und muss nicht die ganze Zeit still sitzen.“
Mädchen motivieren und fördern
Solche motivierenden Erfahrungen scheinen aber gerade Mädchen zu fehlen. Denn obwohl deutsche Schülerinnen über eine besonders gute Bildung verfügen und durchschnittlich bessere Noten und Schulabschlüsse erzielen als Jungs, entscheiden sie sich in der Regel gegen technische Berufe und Studiengänge.
Die Voraussetzungen für den Einstieg in einen technischen Beruf sind also mehr als gleichberechtigt. Wieso bewegen sich Mädchen dann nach wie vor in tradierten Rollenmustern? „Technik ist was für Jungs und Leute, die in ihren Kellern komische Sachen basteln“, meint die 14jährige Gymnasiastin Jana. Diese Aussage zeigt, dass technischen Berufen einerseits noch immer ein maskulines, wenig soziales Image anhaftet. Auf der anderen Seite wird der Zugang zu technischem Know-how in einer unübersichtlichen, sich rasant verändernden Lebenswelt immer schwieriger – und die Hemmschwelle immer höher. Gefragt sind also nicht nur bundesweit einheitliche Lehrpläne, die das Thema Technik in ihrer gesellschaftlichen Komplexität aufgreifen, sondern auch gut ausgebildete, engagierte Lehrer und Lehrerinnen mit Vorbildfunktion: gerade für Mädchen.
Denn obwohl die Zahl der Studienanfänger und Studienanfängerinnen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften leicht ansteigt, ist der allgemeine Abwärtstrend noch nicht besiegt. Noch immer werden Ingenieure und Fachkräfte in den Bereichen Mechatronik, IT , Metall- und Maschinenbau händeringend gesucht. Nur wenn auch ein Umdenken in den Schulen stattfindet, wird Deutschland seine Konkurrenzfähigkeit als führende Ingenieurs- und Industrienation, die es im zwanzigsten Jahrhundert neben Japan und den USA innehatte, langfristig wiedererlangen.
Dem Erfindungsreichtum auf die Sprünge helfen
Um diese positive Entwicklung zu unterstützen, Kindern und Jugendlichen die Berührungsängste zu nehmen und Technik begreifbar zu machen, laden der VDI Verein Deutscher Ingenieure, Bezirk Köln e.V. und der VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik Informationstechnik , Bezirk Köln e.V. in Kooperation mit Kölner Unternehmen am 26. Juni 2009 zur ersten „Nacht der Technik“ ein. Unter der Schirmherrschaft des Kölner Oberbürgermeisters Fritz Schramma präsentieren die Veranstalter ein ganzes Spektrum technischer Verfahren, Innovationen und Berufe. Darüber hinaus wollen der VDI und VDE aber auch über die Situation an Schulen und Hochschulen aufklären, dazu beitragen Bildungsressourcen zukunftsorientierter zu fördern und ganz nebenbei überholte Rollenbilder abbauen. Diesem Ziel tragen auch erste Hintergrundinformationen zum Berufsbild des Ingenieurs, zu Bildungswegen und der Frauenpower in technischen Berufen bei, welche die Veranstalter in der Rubrik „Berufswahl“ auf ihrer Website vorstellen.
Sämtliche Informationen zur „Nacht der Technik“ sind unter www.nacht-der-technik.de abrufbar. Das endgültige Veranstaltungsprogramm der rund 40 teilnehmenden technikorientierte Unternehmen, Hochschulen und städtische Betriebe wird ab dem 5. Mai 2009 online veröffentlicht. Besucher können sich dann ihre individuelle Route zusammenstellen.
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